Das Forschungsziel soll im Rahmen des Verbundvorhabens IWAES grundsätzlich wissenschaftlich untersucht und damit das entwickelte Konzept zukünftig breit anwendbar und auf beliebige Stadtquartiere übertragbar sein. Anwendungsbezogen wird durch eine Adaption des Konzeptes auf ein aktuelles, konkretes Stadtquartier die Umsetzung unter realen Bedingungen untersucht und demonstriert. Als repräsentatives, räumliches Untersuchungsgebiet wird für das Verbundvorhaben IWAES das im Zuge der Infrastrukturmaßnahmen um Stuttgart 21 freiwerdende Gebiet des Nordbahnhofes im Stadtzentrum von Stuttgart gewählt, in dem in den kommenden Jahren das sogenannte ´Rosensteinquartier´ entwickelt wird. Für dieses Stadtquartier liegt eine städtebauliche Planung gemäß dem Rahmenplan aus dem Jahr 1997 vor, die bis heute Gültigkeit besitzt. Im Rahmen dieses Entwurfes wurde das Rosensteinquartier in die Bereiche Teilgebiet A, Teilgebiet B / Post-Areal und Teilgebiet C untergliedert, von denen das Projekt IWAES das Teilgebiet C1 mit einer Fläche von ca. 13 Hektar bearbeiten wird, da für diese Teilfläche städtebaulich eine gemischte Nutzung zu entwickeln ist und die Fläche zudem als erste Teilfläche im Rosensteinquartier frei wird.

Einteilung des Rosensteinquartiers Stuttgart in unterschiedliche Bauabschnitte

Gemäß Rahmenplan ist die innere räumliche Differenzierung des Teilgebiets C im weiteren Planungsverfahren durch einen Wettbewerb zu untersuchen, bei dem Wohnnutzungen und gemischte Nutzungen zu berücksichtigen sind. Flächen für Einzelhandelsgroßprojekte sind nicht vorgesehen. Für das Teilgebiet C1 wird ein offener städtebaulicher Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Die Planung soll durch eine Planungswerkstatt, an der Bürgerinnen und Bürger mitwirken, begleitet werden. Die in dem Teilgebiet liegenden historischen Wagenhallen werden derzeit zu einem Veranstaltungsort und einem Künstlerquartier umgebaut. Angrenzend sollen Mischnutzungen und ein dichtes Wohngebiet entstehen, voraussichtlich als neues urbanes Gebiet nach BauNVO. Aufgrund der hohen Bebauungsdichte und der notwendigen neuen Infrastruktur eignet sich das Teilgebiet C1 besonders gut für ein Modellprojekt zur thermischen Aktivierung der Siedlungswasserstrukturen in Kombination mit einem klimagerechten städtebaulichen Konzept.